Fukuoka

Ich kam spätabends nach dem Stopp in Hiroshima an und suchte erst einmal mein Hotel – das Lustige an diesem Hotel ist, dass es „unmanned“ ist. Das habe ich natürlich erst verstanden, als ich dort ankam. Der Check-In lief über ein Tablet und ich musste mich über einen Video-Call verifizieren. Das Hotel wirkte auf mich aber auch eher wie ein Hostel, ich hatte ein 6-Bett-Zimmer für mich alleine. Mega!

Nach einer ausgiebigen Dusche wollte ich nochmal losziehen, um mir noch etwas zu trinken zu kaufen. Konbinis gibt es ja an jeder Ecke… Fukuoka bei Nacht hat mich auch beeindruckt, denn die Stadt ist durchzogen von Flüssen und Brücken – in dem Viertel, wo ich untergekommen war, war außerdem viel los. Leute saßen herum und tranken ihr Bierchen, ein paar Musiker spielten ihre Melodien. Also ein fabelhafter erster Eindruck! Ich hab noch ein Eis auf der Brücke verputzt und bin dann recht schnell schlafen gegangen. Vorher habe ich aber noch ein Bett in meinem Zimmer für Lisa dazugebucht, die für einen Zwischenstopp nach Fukuoka kommen wollte.

Der erste Morgen in Fukuoka war super, ich war ausgeschlafen und hatte echt Lust auf einen entspannten Tag – daher habe ich erst einmal ein Café gesucht, in dem ich frühstücken und lesen konnte. Natürlich bin ich fündig geworden. Nach einer Weile bin ich weitergezogen und durch die Stadt spaziert – auf dem Weg ist mir ein kleiner japanischer Garten aufgefallen, in den ich mal hineinschauen wollte. Der Eintritt war sehr günstig, also habe ich ein bisschen dort verweilt. Es ist immer wieder faszinierend, wie ruhig diese Gärten sind, obwohl außenrum viel Straßenverkehr ist. Die Leute am Eingang waren sehr nett und konnten sogar ein bisschen Englisch. Ich habe noch ein paar Stempel in mein Büchlein bekommen und dann bin ich weitergezogen. Leider hat es angefangen zu regnen, doch zum Glück war das nächste Café nicht weit, wo ich etwas zu Mittag essen wollte. Mein Salat mit Avocado und Shrimps war sehr lecker! Als ich mein Buch ausgepackt hatte, um zu lesen, rief Lisa mich an. Sie war schon in Fukuoka angekommen und kurz darauf kam sie zu mir ins Café. Der Regen hatte sich leider noch verstärkt, aber wir haben es uns bei Kuchen und Matcha Latte gemütlich gemacht. Anschließend sind wir ein bisschen durch Second Hand Läden gebummelt und haben in einem kleinen Sake-Laden ein bisschen Sake getrunken und Edamame gefuttert. Aufgrund von Corona hatten danach aber leider die meisten Restaurants zu, aber wir sind irgendwie doch noch fündig geworden und wurden von einer Japanerin, die auf der Straße Leute anspricht, in das Lokal geführt, in dem sie arbeitet. Ich würde das nie wieder finden, das war irgendwo in der hintersten Ecke eines Hochhauses, aber eben so versteckt, dass man da recht entspannt noch nach Ladenschluss sitzen konnte. Die Bude war voll, es wurde Alkohol ausgeschenkt und es herrschte gute Stimmung. Natürlich tragen trotzdem alle ihre Masken, wenn sie nicht gerade essen oder trinken! Zurück im Hotel haben wir bei Ume-Shu noch ganz lange gequatscht und sind dann irgendwann todmüde ins Bett gefallen.

Der nächste Morgen fing auch sehr entspannt an – Lisa wollte im Lauf des Tages in Richtung Hiroshima aufbrechen, um Daniel dort zu treffen. Den Vormittag verbrachten wir gemeinsam und haben uns ein Frühstückchen gesucht – einen tollen Bäcker, der gleich um die Ecke war und mein Stammcafé für die nächsten Tage werden sollte. Wir wollten eigentlich auf ein Gebäude rauf, das als Treppe aufgebaut und wo auf den Etagen ein Garten angelegt ist, doch leider hatte es – wahrscheinlich aufgrund des Regens – geschlossen. Also sind wir einfach ein bisschen herumgeschlendert und haben uns ein Café gesucht. Lisa hat sich dann auch schon auf den Weg gemacht. Ich bin nochmal los und habe den Tocho-ji besichtigt, in dem ein riesiger Holzbuddha zu sehen ist. Man kann durch einen Tunnel, in dem ein paar Kunstwerke ausgehängt sind, um ihn herumgehen. Das war echt cool, v.a. weil der Tunnel zu Beginn komplett dunkel ist und man sich voll drauf einlassen muss.

Ich wollte unbedingt noch ins Kunstmuseum, also habe ich das regenfreie Zeitfenster genutzt und mich auf den Weg zum Museum gemacht. Unterwegs konnte ich noch ein paar Schreine anschauen und einfach die Stadt mit ihren vielen Brücklein und Flüssen genießen. Dass das Wetter so gut sein würde, war leider nicht vorauszusehen, daher hatte ich meine Kamera die ganze Zeit über im Hotel gelassen. Aber zum Glück gibt es ja Smartphones…  😀

Das Museum war großartig! Die Ausstellung über Takahata Isao (Zeichentrickfilme) war sehr interessant! Er hat auch Heidi gezeichnet. Auch die Dauerausstellung ist fabelhaft. Es lohnt sich also sehr, nach Fukuoka zu kommen. Das Museum liegt wunderschön am Ohori-Park und auch der lohnt sich. Ich bin einmal um den See herumspaziert und habe die Sonne und das schöne Abendlicht genossen. Zum Sonnenuntergang bin ich zu den Überresten der Festung gelaufen und habe den Blick auf die Stadt auf mich wirken lassen – es war wunderschön! Abends war ich bei „Da Michele“ Pizza essen – es ist einfach genau so wie in Neapel. 😀

Am nächsten Morgen habe ich wieder bei der netten Bäckerei Kaffee und Frühstück geholt, mich draußen auf die Treppen gesetzt und gelesen. Der Tag fing also schonmal ganz toll an! Anschließend bin ich durch die Stadt gebummelt, habe die Second Hand Shops unter die Lupe genommen und mich einfach treiben lassen. In einem Laden hat ein Japaner mich auf Englisch gefragt, woher ich komme. Wir sind ein bisschen ins Gespräch gekommen und er hat mir dann noch ein paar Läden gezeigt, die ich so nicht gefunden hätte. Im ersten wurde ich vorgestellt und alle Mitarbeiter*innen haben mich laut begrüßt. 😀 Der zweite Laden war dann ein bisschen diskreter, was mir ganz recht war. 😀 Gegen Abend bin ich beim „Fish Man“ gelandet, einem Fischrestaurant mit sehr guten Rezensionen. Die Kellnerin konnte mich auf Englisch beraten und ich habe Sashimi (rohen Fisch) bestellt. Das war nur teilweise eine gute Idee, denn ich habe unter anderem Seeigel bekommen. Und das schmeckt mir wirklich gaaaaar nicht. 😀 Trotzdem war der Abend schön und entspannt. Ich habe einen Nachtspaziergang zum Hotel gemacht, mir noch ein Eis geholt und das auf der Brücke vor meinem Hotel mit musikalischer Untermalung gegessen. Fukuoka ist eine wirklich sehr schöne und lebendige Stadt!

Mein letzter Tag in Fukuoka verlief dann ganz unspektakulär. Erst die Lesestunde beim Bäcker des Vertrauens, danach Spaziergang durch die Stadt, einmal auf das Treppengebäude rauf (es hatte wieder offen) – der Blick auf die Stadt war toll! Danach hab ich mir in einem Café einen Bubble Tea geholt, mich in den Park gesetzt und wieder gelesen. Ich habe während der Schulzeit leider sehr wenig Zeit und auch keinen Kopf zum Lesen, daher genieße ich es sehr, dass ich in den Ferien genau das tun kann! Gegen späten Nachmittag ging es dann mit dem Shinkansen nach Hause. 

Fazit zu Fukuoka: Gerne wieder! Die Stadt ist voller Leben, junge Leute sind überall zu sehen, es ist entspannt und auf Kyushu genießt man ohnehin sein Leben mehr als in Yokohama oder Tokio. So zumindest mein Eindruck. 🙂

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