Von Kirschblüten, Fuji-san und dem Versuch, diese in den Alltag einzubinden

Sakura, Sakura, lalalalalalala… So geht ein Lied (ich kann nur die Melodie ein bisschen mitsummen und Sakura mitsingen), das von der Kirschblüte handelt und die Melodie ist wie so oft in vielen Kulturen seeeehr melancholisch. Aber wunderschön. Tja, seitdem Tina uns diesen Ohrwurm verpasst hat, geht auch nix anderes mehr rein. Zum Ohrwurm gehts hier entlang: https://www.youtube.com/watch?v=jqpFjsMtCb0

Die Kirschblüte: Sie hat es allen angetan! Und ich finde es schon krass, wie aus einem sehr philosophischen Symbol für Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit ein einziger Kommerz-Hype entstehen kann. Ist ja in jeder Kultur mit irgendetwas so. Aber Starbucks beispielsweise hat innerhalb von kürzester Zeit (noch vor der Sakura-Phase) zwei Sakura-Kollektionen herausgebracht. Becher, Tassen, Flaschen, Schmuck… IRRE! Und alles ist rosa und pink und überhaupt. Letztendlich ist die Sakura-Blüte halt auch einfach weiß bzw. so ganz zart rosa schimmernd. Man kann es nicht richtig beschreiben.

Ich bin natürlich wie alle anderen zur völlig freakigen Blüten-Fotografin geworden. 😀 So wie letztes Jahr wurde die Bevölkerung allerdings dazu angehalten, auf Hanami, also auf die feucht-fröhlichen Picknicks zu verzichten und die Blüten im Gehen zu genießen. Ob das jetzt einen so großen Unterschied macht, wenn sich Massen durch Naka-Meguro schieben, weiß ich jetzt nicht, aber die Bänke am Fluss waren zumindest alle abgesperrt.

Aber mal der Reihe nach. Meine Woche startete sehr entspannt. Man muss sich ja nach so einer Quarantäne wieder einfinden… Abends war ich mit Henning, Caro und Joy in Jiyugaoka beim Italiener. Dienstag habe ich vormittags einiges abgearbeitet und mich nach der Schule in Tama-Plaza mit Kathrin getroffen. Kathrin ist eine Freundin meiner Chefin Adelheid von Vivat Lingua! in Tübingen. Sie lebt hier nicht weit von mir mit ihrem japanischen Mann als Expat, spricht Japanisch und ist überaus cool! Wir haben zusammen gegessen und uns sehr lange unterhalten, obwohl wir uns zum ersten Mal getroffen haben. Das Witzige: Sie und ich haben am gleichen Tag Geburtstag und die Bekanntschaft ist dadurch entstanden, dass Adelheid uns jedes Jahr zum Geburtstag gratuliert. Sie ist Kathrin-in-Japan und ich bin Anja-aus-Franken. 😀

Kathrin hatte mir den Tipp gegeben, am Meguro entlang die Kirschblüten anzuschauen. Also habe ich mich dann am Mittwoch um 8.30 Uhr spontan mit Bettina zum Spaziergang in Ikejiri-Ohashi getroffen. Von dort aus sind wir am Meguro entlang gelaufen. Zwischendurch ein gemütlicher Stopp im „Sakura-Starbucks“ (so nenne nur ich ihn), wo es lauter rosa Getränke und Gebäck gab. Und dann weiter bis nach Gotanda, von wo aus ich die Bahn zur Schule genommen habe. Es hat so gutgetan!

Zum Glück bin ich noch pünktlich zur Schule gekommen, denn meine 7er haben eine KA geschrieben und zu einer Arbeit zu spät zu kommen, erscheint mir doch ein bisschen ungünstig. 😀 Nach der Schule bin ich zu Fuß nach Hause gegangen und habe noch mehr Sakura-Bäume bewundert. Ich war die ganze Woche noch beflügelt von der schönen Sakura-Blüte, obwohl ich sagen muss, dass mir die Ume (Pflaume) noch einen Ticken besser gefällt, sie hat irgendwie mehr Charakter. Trotz allem hatte ich total Weltschmerz – die Zustände auf der Welt setzen mir irgendwie in den letzten Wochen mehr zu als sonst. Und ich kriege es nicht gut hin, das zu verarbeiten.

Donnerstag haben meine anderen 7er ihre Arbeit geschrieben. Korrekturberge, yay! Freitag war ich nach der Schule aber erstmal mit Lisa in Yokohama zum Sakura-Gucken. Auf dem Weg nach Shibuya, wo wir im „Kaikaya by the Sea“ mit Tina, Henning, Toshi und Caro – später auch Daniel – lecker Fisch gegessen haben. So ein schöner Abend! Der State of Emergency war nun erstmal wieder vorbei. Wir wollten im Anschluss noch einen Cocktail im SG-Club trinken, der sich hinter einer Baustellen-Fassade versteckt. So geil, ey! Die haben halt einfach vor die echte Fassade eine Sperrholz-Platte mit lauter Aufklebern angebracht. Da öffnet sich manchmal eine Tür und man sieht dann, dass dahinter die Bar ist. Wir konnten uns aber irgendwie nicht entscheiden, ob wir uns da anstellen wollen. Tja, egal. Wir sind dann durch Shibuya bei Nacht gelaufen, das war auch einfach schön. Und zu sehen, dass die Leute draußen sind, war schön. Man könnte ohnehin einfach auf einer Treppe sitzen und Leute beobachten. Besser als Fernsehen!

Am Samstag sind Tina und ich frühmorgens zum Fuji gefahren. Das war ne eher spontane Aktion. Wir wollten Kirschblüten sehen! Aber auch hier: Wieder einen Ticken zu früh dran. Der Blick auf den Fuji war trotzdem phänomenal! Trotz diesiger Sicht. Wir haben uns bei der Pagode ein Plätzchen zum Picknicken gesucht und sehr gemütlich in der Sonne geschmaust. So schön! Wir sind dann weitergefahen zum Fujikawaguchiko, einem der fünf Seen. Auch hier wieder Blick auf den Fuji. AAAAAHHH!! Und weil wir völlig bekloppt sind, sind wir noch nach Fujiyoshida gedüst, um dieses eine Foto zu schießen, das alle so posten. Wir sind wie doof durch den Ort gelaufen, bis wir endlich mal ne gute Perspektive hatten. 😀 Zu geil! Abends sind wir noch in einer Butze eingekehrt, die voller kleiner Sammelfiguren war. Das Essen war ok, aber die Frau, die das Lokal betreibt, war total cool. Sie hat uns am Ende noch Postkarten mit Fuji drauf geschenkt und einen Schokolade, auf der auch der Fuji abgebildet war. 🙂 Tina und ich haben uns noch ein Dessert und einen Drink im Konbini geholt und sind völlig fertig, aber glücklich, nach Hause gefahren. Den Sonntag habe ich gemütlich verbracht. War auch mal schön!

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