Hiroshima

Die Woche war durch den freien Montag ja schon kurz, aber mir ging’s nicht so gut, meine Stimme war total angeschlagen und so bin ich Dienstag und Mittwoch daheim geblieben. Konferenzen und Sitzungen hab ich natürlich trotzdem wahrgenommen. Aber es hat gutgetan, sich zu schonen. Donnerstag und Freitag waren ganz schöne Schultage und Freitag Nachmittag ging es schon wieder weiter nach Hiroshima. Jutta hatte vor einiger Zeit vorgeschlagen, einen Mädelsausflug zu machen. Also sind Tina, Dana (aus der Grundschule), Jutta und ich nach Hiroshima gefahren. Die Stadt ist zwar fast 800 km weit weg von Yokohama, aber es hat sich total gelohnt! Abends sind wir im Hotel angekommen und gleich in den Onsen. Ich war nach zwei Tagen Schule schon wieder so fertig, dass ich beim Filmschauen mit Tina direkt eingepennt bin. 😀 

Den Samstag haben wir mit einem Frühstück in einem sehr goldigen Café begonnen. „Welcome back!“ Die Inhaberin hat sich so gefreut, dass wieder Touristen in Hiroshima sind, dass wir uns sofort auf ihrem Globus und im Album verewigen mussten. Sehr niedlich alles. Anschließend sind wir zum Friedensmuseum aufgebrochen. Am Friedensdenkmal vorbei durch den Friedenspark. Es herrscht schon eine besondere Stimmung in der Stadt. Das Museum war für mich sehr eindrucksvoll. Es wurden Einzelschicksale beleuchtet und man bekommt einen guten Eindruck davon, wie es in Hiroshima damals war. So schrecklich! Viele Menschen haben im Museum geweint, ich konnte es auch nicht vermeiden. Es ist zu krass. Nach dem Museum war ich ganz schön aufgewühlt – wir alle eigentlich. Ich bin froh, dass ich nun beide Städte – Nagasaki und Hiroshima – erlebt habe, jetzt kann man ein bisschen vergleichen. Man muss wirklich nachdenken und ich bin einmal mehr davon überzeugt, dass Atomwaffen nichts in unserer Welt verloren haben. 

Nach dem Museum sind wir ein bisschen am Fluss entlang spaziert und haben uns auf einer Bank in der Sonne einen Kaffee gegönnt. Anschließend ging es weiter zur Burg und in den Shukkei-en Garten. Also Gärten und Parks in Japan – das ist etwas Feines! Zum Abendbrot gab es Okonomiyaki. Abends sind wir in zwei Bars in einem richtig hippen Viertel eingekehrt. Ein paar Japaner haben uns angesprochen, die waren richtig laut und lustig. Ein paar Brocken Deutsch konnten sie auch. Der Abend war toll! Zurück im Hotel haben wir noch eine kurze Runde im Onsen gedreht und sind bei Dana und Jutta im Zimmer bei Sektchen und guten Gesprächen verhockt. 

Den Sonntag haben wir in einem Sandwich-Laden begonnen – es gibt so coole Cafés in Hiroshima, sowas suche ich in Yokohama irgendwie immer vergeblich. Danach ein kurzer Spaziergang durch die Stadt zur Fukuromachi Elementary School gelaufen, in der auch ein kleines Friedensmuseum untergebracht ist. Danach noch ein kleiner Kaffee in der Sonne und schon war der Ausflug fast vorbei. Auf dem Weg zum Bahnhof sind wir zufällig an einem kleinen Laden vorbeigekommen, in dem es Matcha-Schalen gab. Tina hat ihre Traumschale gefunden und ich habe mir zwei Kranich-Schälchen gekauft. Ich glaube, sie sind antik.

Die Schinkansen-Fahrt verlief wie immer ohne irgendwelche Verspätungen und ich finde es immer aufs Neue krass, wie schnell dieser Zug durchfährt!

Zu Hause musste ich noch eine Weile an den Schreibtisch, aber auch das muss halt mal sein, wenn man ständig unterwegs ist. 🙂

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