Osaka – Eine weltoffene Metropole

Nach dem leckeren Menü in Kobe ging meine Reise weiter nach Osaka. Ich war nur ca. 40 Minuten unterwegs und musste mich in Osaka-Umeda kurz am Bahnhof orientieren. Kaum schaue ich auf mein Handy, kommt eine Japanerin auf mich zu und fragt mich auf Englisch, ob ich Hilfe brauche. So nett! So etwas ist mir in Yokohama noch nicht einmal passiert. Ich habe mit ihrer Hilfe alles gut gefunden und konnte gleich im Hotel einchecken. Nach kurzem Durchschnaufen habe ich mich auf den Weg zur Osaka-Burg gemacht. Allerdings hatten mir alle, die drin waren, davon abgeraten, die Burg zu besichtigen. Ich wollte ohnehin nur zum Pflaumengarten, denn wie ihr bereits wisst, ist es mein neues Hobby, Blüten zu bestaunen und zu fotografieren. Sie sind wirklich wunderschön! Ich war ganz im Glück. Mein Marsch dorthin dauerte ca eine Stunde, das war auch ein tolles Spaziergang durch die Stadt, am Fluss entlang. Osaka ist riesengroß. Ich als Landei empfinde aber auch jede Stadt als groß (bis auf Tübingen vielleicht 🙂 ) Mitten in dem Pflaumenbaum-Gewusel hat ein älterer Mann seinen kleinen Kanarienvogel auf einen Zweig gesetzt – so niedlich! Und so skurril!

Da es ganz schön kalt geworden war, habe ich mich auf die Suche nach einem schönen Café gemacht. Auf dem Weg zum Café Osakachakai bin ich an einem wunderschönen Schrein vorbeispaziert. Direkt gegenüber ist ein ganz kleines Café, in dem ich kurzerhand eine Pause eingelegt habe. Im Café konnte man auch selbstgemachte Sachen kaufen wie Masken, Untersetzer, Tassen und Gebäck. Ich hab mir eine Maske und ein paar Kekse zum Frühstück gekauft. Die Besitzerin war total nett und mit Händen und Füßen konnten wir uns verständigen. 🙂 Mein Spaziergang durch die Dunkelheit führte mich dann zum eigentlich ausgesuchten Café – das Osakachakai ist ein Matcha-Café, in dem man sich für sein Getränk eine getöpferte Tasse, Schale oder einen Becher aussuchen darf. So cool! Die Inhaberin war supernett und hat mich gleich auf Englisch in ein Gespräch verwickelt. Sie hat sich total gefreut, dass ich ihre Tonsachen mochte.

Nach dem ereignisreichen Tag und diesem langen Spaziergang durch die ganze Stadt bin ich ca. eine Stunde ins Hotel zurückgelaufen und hab mit Berenike gezoomt. Diese neuen Ausdrücke: zoomen, jitsien, skypen, facetimen – wie ne andere Welt. Man könnte ja auch einfach telefonieren sagen. Aber es ist wohl nicht ganz das Gleiche. 😀 Übrigens ist das Internet hier nicht so toll wie alle denken, zu Hause habe ich ganz instabiles Internet und auch in den Hotels ist es echt nervig. Dauernd so eine On-Off-Nummer.

Am nächsten Morgen habe ich das Museum für orientalische Keramik besucht. Total cool und richtig nerdig. Hier konnte ich meiner Keramik-Liebe fröhnen! Das Museum beherbergt eine wunderschöne Sammlung von ostasiatischer Keramik, darunter koreanische Vasen, eine Auswahl an chinesischem Porzellan und so weiter. Ausgestellt war auch eine beachtliche Sammlung an Schnupftabak-Fläschchen. Wer sammelt sowas? 😀

Nach dem Museum habe ich wieder mal Cafés abgeklappert. Weil ich mich nicht entscheiden konnte, habe ich in dem einen nen Kaffee getrunken und im nächsten mit Blick aufs Wasser zu Mittag gegessen. Neben mir saßen zwei Japanerinnen und als sich eine Taube auf dem Tisch niedergelassen hatte, ging das Gekreische los. Immer wieder. 😀 Natürlich kam die Taube dann zu mir, weil ich ja etwas Essbares vor mir hatte. Ich hab sie irgendwie mit meinem Buch verscheucht, doch als sie losflattern wollte, kreischten die zwei Mädels nochmal laut los. 😀 Ich hab mich nicht mehr eingekriegt vor Lachen – natürlich verstohlen hinter meiner Maske.

Nach meinen zwei sehr gemütlichen Stopps bin ich ins Viertel „Dotonbori“ gelaufen, das ist eigentlich das Vergnügungsviertel Osakas, hier kann man viele Bars und kleine Restaurants finden. Es war schon ziemlich viel los, aber sicherlich nicht annähernd so voll wie es unter normalen Umständen wäre. Von da aus habe ich mich einfach treiben lassen. Ich ich bin irgendwann im American Village gelandet, durch die Shinsaibashi-Suji gelaufen und habe mich nach Nakazakicho verirrt. Das ist das Hipster-Viertel Osakas. Es gibt dort unzählige kleine Geschäfte mit selbstgemachtem Schmuck, Bio-Kram, Fair-Trade-Läden, schöne Cafés und Restaurants. Leider hatte fast alles zu. Ein paar Sachen konnte ich aber noch anschauen und ein bisschen Bummeln war auch noch drin. Dass mein Hotel gleich um die Ecke war, habe ich erst hinterher geschnallt. 😀 Ich habe abends noch nen Crepe gegegessen bei mir um die Ecke und dann ab in die Heia.

Fazit zu Osaka: Eine supercoole, aber nicht hübsche Stadt. Die Leute sind nett und aufgeschlossen. Ich habe sehr viel gesehen und trotzdem nur einen ganz kleinen Bruchteil. Auf jeden Fall nochmal! Die Stadt hat irgendwie Flair und sicher ist es hier im Frühjahr und im Sommer noch besser! 🙂

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