Nikko – Drei berühmte Affen

Die Woche startete sehr entspannt – meine 5er waren einigermaßen konzentriert und haben angefangen, ihre Klangskulpturen zu planen. Das Klassenzimmer der 7b war ganz vollgeschmissen mit Schokoladenpapierchen und überall lag Süßkram herum. Ich hab ne halbe Krise bekommen. „Valentinstag!“, riefen alle als Entschuldigung oder so. Ich hab mich kaputtgelacht. Da ich von diesem Tag nichts halte, habe ich das natürlich gleich kundgetan, woraufhin die Klasse ganz entsetzt war, warum ich denn meinem Mann keine Schokolade schenken wolle?!?! Tja, der arme Micha. Kriegt nie Schokolade von mir. 😀 Ich habe ihnen erklärt, dass uns dieser Tag nicht wichtig ist, weil wir uns auch im Alltag zeigen, dass wir uns lieb haben. Das fanden sie dann zwar immer noch nicht sooo toll, aber sie konnten es besser verstehen. 😀 Diese Klasse ist einfach nur lustig!

Da das Wetter momentan sehr schön ist, laufe ich oft zur Schule, meistens auch nach Hause. Das ist ein guter Weg und ich kann meinen Kopf durchlüften. Oft sehe ich auch den Fuji von meinem Treppenhaus aus. Und jedes Mal bin ich ganz selig – ich habe keine Ahnung, warum dieser Berg das in einem auslöst! Fuji ist mein Highlight an ganz vielen Tagen, wenn ich ihn sehe, dann wird der Tag meistens auch irgendwie gut.

Die Woche war recht unspektakulär mal wieder. Schule, Vorbereiten – am Donnerstag habe ich mit Tina während der Mittagspause einen kleinen Spaziergang durch den Park gemacht, weil gerade die frühen Kirschen blühen. Ein weiterer Höhepunkt der Woche war das Pfannkuchen-Essen mit Nives und Tom am Freitag Abend. Das war so cool, Tom hat mir dauernd was von Dinos erzählt und mir meine Klamotten mit Pfannkuchenteig eingesuckelt… 😀

Am Samstag bin ich mit Caro und Henning nach Nikko gefahren, wir sind sehr früh losgedüst, um noch was vom Tag zu haben. Die Fahrt war ganz entspannt – auf dem Weg haben wir den Fuji gesehen in der Morgendämmerung! Wahnsinn mal wieder! In Nikko angekommen haben wir erstmal einen Kaffee getrunken. Danach ging es weiter zum Toshugo-Schrein – dort sind die drei berühmten Affen in Holz geschnitzt. Aus dieser Schnitzerei hat sich die Maxime „nichts Böses sehen, nichts Böses sprechen, nichts Böses hören“ entwickelt. Der Schrein ist unglaublich schön und reich verziert. Die Tempelanlagen sind wundervoll; man kann sich dort den ganzen Tag aufhalten und herumspazieren. Nach der Besichtigung der Tempelanlage haben wir lecker gegessen und sind anschließend zu den Kegon-Wasserfällen gefahren. Leider ist halt noch Winter, deshalb war die Umgebung sehr kahl. Aber es war trotzdem schön. Die Fahrt mit dem Bus dauerte auch eine ganze Weile, oben am Berg war es auch viel kälter als unten. Auf der Rückfahrt nach Nikko habe wir wieder ein paar Schnee-Affen gesehen, ein paar von ihnen saßen in einem Baum. So cool! Wir machten uns auf den Weg zu unserem Hotel, das auch ein gutes Stück entfernt war. Wir mussten nach Kinugawa-Onsen fahren, das Hotel war eigentlich nicht weit vom Bahnhof entfernt, aber wir haben es einfach nicht gefunden. Wir sind stattdessen in einem Onsen gelandet und dachten, es sei unser Hotel. 😀 Die Frau dort beschrieb uns den Weg zum Hotel, doch wir sind lediglich einmal im Kreis gelaufen und wieder im Onsen gelandet. Also hat die nette Dame im Hotel angerufen und die haben uns mit einem Van abgeholt. Superwitzig – die Fahrt dauerte eine Minute. So doof, ey. Die Frau beim Check-In war auch nicht so freundlich, aber wir haben alles gut hinbekommen. Caro und ich teilten uns ein Zimmer – Henning hatte eins für sich alleine. Unser Zimmer war riesig! Ich bin schnell nochmal losgestiefelt und habe im Lawson ein paar Bierchen und was zu Knabbern geholt. Nach unserem Absacker bin ich ganz alleine nochmal in den Onsen des Hotels gedüst. Das war auch ne coole Erfahrung, so ganz alleine unter Japanerinnen. Als ich da war, sind alle wieder aus dem Becken verschwunden. Der Knaller, aber halt auch normal – ich hab mich schon daran gewöhnt, dass man hier aus Ausländer*in nicht angesehen ist. Durch Corona hat sich das noch verstärkt. Die japanischen Medien hetzen gegen Ausländer*innen und verbreiten, dass wir Corona herbringen und die Leute mit dem Virus verseuchen. Natürlich nicht alle Medien.

Den Sonntag haben wir gemütlich mit einem japanisch-westlichen Frühstück eingeläutet, Henning wollte schnell los, wir sind noch ein bisschen geblieben und haben in Ruhe gepackt und überlegt, was wir noch machen könnten. Aber nochmal nach Nikko zu fahren hätte zu lange gedauert. Darum haben wir beschlossen, nach Asakusa, ins Küchenviertel, zu fahren, es gibt eine Direktverbindung dorthin. Der Tag war so unglaublich schön – es hatte 20 Grad und es war super viel los in Asakusa. Wir waren ein bisschen bummeln, haben uns Messer gekauft und sind am Nachmittag in einer Bar verhockt, wo ganz nette Japaner*innen auch mit uns ins Gespräch kommen wollten. Die Stimmung war der Hammer! Ich frage mich manchmal, wie es hier wäre, wenn der Normalzustand wäre – also ohne Corona. Wahrscheinlich käme man nirgends rein und hätte viel weniger bis gar keinen Platz in der Bahn. Und die Leute hätten bessere Laune insgesamt. Caro und ich haben den Abend noch beim Italiener bei ihr um die Ecke ausklingen lassen. Die Pizza war wie immer lecker. Hinten in der Ecke saß eine Familie mit zwei Töchtern. Die beiden Mädels waren so goldig, haben beide ein Dessert bekommen und sich komplett eingekleckert damit. Ich musste so lachen, weil die eben so süß waren. Caro und ich waren ganz angetan von den beiden. Nachdem die Familie gezahlt hatte, mussten sie alle an uns vorbeilaufen. Die Kleine hat dann einfach meine Hand genommen 😀 So nach dem Motto: Beruhig dich, Alte, ich weiß, dass ich süß bin! 😀 😀 😀 So niedlich, ey!

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