Eine ganz normale Woche und ein Erdbeben

Nach dem schönen Wochenende mit den Affen sind wird wieder in eine neue, eher unspektakuläre Woche gestartet. Mein Highlight am Montag war das Abendessen (indisch) mit Nives, Bettina und Tina. Wir hatten uns schon länger nicht mehr getroffen und es war mal wieder höchste Zeit. Ich habe in der Schule noch Kram erledigt, bis die drei mit ihrem Unterricht durch waren. Dann ging’s nach Center Minami. Tagsüber hatte ich noch ein klärendes Gespräch mit meiner Kollegin, die mich so angefahren hatte. Dafür war ich auch dankbar, denn es hat mich das ganze Wochenende doch mehr beschäftigt als gedacht.

Dienstag hatte ich richtig schlimme Kopfschmerzen mal wieder und bin einen Tag zu Hause geblieben. Der LBR hat sich zwar kurz in einer VK zu einer Besprechung getroffen, aber das war ok. Mittwoch ganz normaler Schultag. Da ich dienstags und mittwochs immer erst um 13.15 Uhr Unterricht habe, sind meine Vormittage auch toll – ich kann ausschlafen und ein bisschen Haushalt erledigen, meistens bereite ich noch ein bisschen Unterricht vor. Am Donnerstag hatte ich ne Fachschaftssitzung in Latein (wir sind ja nur zwei Kollegen), da ging es um den Bewertungsschlüssel. Abends sind wir zu Jutta spaziert und haben dort Sektchen getrunken und einfach mal wieder ausgiebig gequatscht. Zu Hause habe ich noch richtig lange mit Micha telefoniert, das fällt im Schulalltag auch meistens eher kurz aus, leider…

Ich fiebere ja immer dem Freitag entgegen, obwohl das mein härtester Tag der Woche ist. Ich habe sieben Stunden und dabei beide Deutsch-Klassen, die gerade vor Hormonen nur so strotzen. Aber nach der Schule sind wir Tina und ich mit zu Lisa gefahren und haben noch den halben Supermarkt leer gekauft! Der Abend war total cool, wir haben ewig gequatscht, Musik gehört und irgendwann hat Lisa den Pastis hervorgeholt. Das war der große Fehler. 😀 Aber egal, es hat sich gelohnt!

Der Samstag war sehr entspannt und ich hab ein bisschen aufgeräumt und mich meinen Schulsachen und anderen Dingen gewidmet. Irgendwann gegen Mitternacht ging dann das Erdbeben los – ich hab schon kurz vorher irgendwie gespürt, dass was komisch ist, dann fing es richtig an zu wackeln, mir sind zwei Sachen umgefallen und ich bin unter den Tisch gekrabbelt. Mann, Mann, Mann – trotz der immer drohenden Erbebengefahr habe ich es nie auf dem Schirm, dass es dann auch wirklich immer wieder passiert. Das erste Erdbeben war ganz kurz nur, diesmal ging es richtig lange. Und auf meinem Berg hier oben spüre ich ganz viele Erdbeben gar nicht. Mir saß der Schreck ganz schön lange in den Knochen, aber es ist nichts passiert, auch nichts kaputtgegangen. Zum Glück! Ich hab nämlich auch noch immer keinen Katastrophenrucksack gepackt.

Sonntag Vormittag war ich mit Caro verabredet – wir wollten eigentlich zu einem Flohmarkt fahren, der allerdings leider nicht stattfand (vermutlich wegen Corona), also haben wir erstmal schön Fotos geschossen vom Tempel im Morgenlicht und sind dann im Monz Café gelandet, das super Kaffee hat! Anschließend ging es weiter nach Nakano, wo wir uns in einem Kimono-Second-Hand-Shop die Zeit vertreiben konnten. Bin auch fündig geworden – es gibt sooo schöne Kimonos hier. Die sind dann auch preislich echt vertretbar. Nach einem Bier-Päuschen ging unsere Tour dann weiter zu einem Park, der leider auch zu war. Zum Glück hatten wir im Vorbeifahren aus der Bahn heraus das Café Canale gesehen und beschlossen, dass wir uns da hinsetzen und was essen. Dort haben wir auch einen Deutschen mit seinen beiden Kindern getroffen und sind gleich ins Gespräch gekommen. Sehr nett! Seine Schwester studiert in Schwäbisch Gmünd an der PH, ich hab mich schlapp gelacht. Er und seine Frau haben in Freiburg studiert. Kleine Welt. Nach der schönen Pause am Wasser haben wir noch in Kagurazaka ein bisschen gebummelt, das Viertel ist sehr westlich geprägt, viele Ausländer*innen laufen da rum – die französische Schule und das British Council sind auch nicht weit. Die Läden und Restaurants sind niedlich und laden zum Verweilen ein.

Der Tag mit Caro war ein toller Abschluss für die Woche – wir wollten eigentlich Pflaumenblüten fotografieren, aber letztendlich sind wir in einem coolen neuen Viertel Tokios gelandet. Sehr spontan alles – genau mein Ding! Ein paar einzelne Pflaumenblüten habe ich dennoch erwischt.

Am Abend haben meine Nachbarn mir noch selbstgebackene Kekse vorbeigebracht – es war ja Valentinstag! Für mich hat der Tag keinerlei Bedeutung, aber hier in Japan ist das eine große Sache. Die Frauen schenken ihren Männern Schoki. Damit die Frauen ein Geschenk von ihren Männer bekommen, muss erst der White-Day kommen. Ich verstehe es null, aber ist ja auch egal. 😀

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