State of Emergency

Aufgrund des State of Emergency habe ich mich die letzten Wochen ein bisschen rausgenommen. Außer Schule war nicht viel zu holen, abends bin ich auch immer direkt heim. Nur am Freitag haben Tina und ich uns bei Domi getroffen. Er hat für uns japanisch gekocht und wir sind da einfach zum Schlemmen hin. Wein war auch involviert. Natürlich! Leider fahren ja die Bahnen hier immer nicht so lange, Tina und ich haben immer wieder auf die Uhr geschaut und letztendlich haben wir drei uns so verquatscht, dass Tina und ich heimgelaufen sind. Nachts. Wir sind erstmal zu Tina spaziert – durch einen Park. Plötzlich sagt Tina sowas wie: „Hast du auch manchmal das Gefühl, dass gleich einer am Baum hängt?“ Ich hab schon echt nen Schreck bekommen, aber so unwahrscheinlich ist das hier halt leider nicht.

Jeden Tag im Bus steht irgendwas dran von „passenger injury“. Suizid ist hier ein großes Thema, in vielen Bevölkerungsgruppen. Dem Druck der Gesellschaft halten hier viele leider nicht stand. Es ist aber auch krass, wie sehr viele Menschen an irgendwelchen Ritualen und Gepflogenheiten festhalten. Wenn man nur ein bisschen aus der Art schlägt, ist man schon gefundenes Fressen für die breite Masse. Das, was in Europa eigentlich selbstverständlich ist, nämlich kritisch denken zu lernen (ok, auch nicht überall, schon klar!), ist hier im Grunde nicht wirklich erwünscht.

Zurück zum Park: Da die Nacht sehr mild war, konnten wir noch eine ganze Weile draußen sein, am Wasser sitzen und weiterquatschen. Ein Reiher saß auf dem Brückengeländer und flog auf den nächsten Baum, als wir ihm uns näherten. So ein schöner Vogel!

Bei Tina hab ich nen Pipi-Stopp eingelegt und bin dann noch 20 Minuten heimgelaufen. Das tat gut, ich hab ja seit ein paar Wochen AirPods und damit macht Musikhören unterwegs richtig Laune! Zu Hause habe ich ne Küchenschabe entdeckt, die ich mit einem Glas einfangen konnte. Keine Ahnung, wie die sich in meine Bude verirrt hat. Es war alles sauber und gespült. Hilfe!

Das Wochenende habe ich zu Hause verbracht und mir ein bisschen Ruhe gegönnt, weil Montag die Zeugniskonferenzen anstanden. Diese waren dann auch noch der Knaller – ich habe echt gedacht, ich spinne. Manchmal wundere ich mich doch noch – ich kann es einfach nicht lassen. 😀 Allerdings hat sich die 6a (eine meiner zwei Team-Teaching-Klassen) noch so süß von mir verabschiedet. Ich durfte das Diktat ansagen – einen Abschiedsbrief an mich. 😀 Und eine Karte habe ich auch bekommen – so herzig! Den Rest der Stunde haben wir für die Jerusalema-Challenge geübt und getanzt. Das war richtig lustig! Die Challenge könnt ihr überall finden. Die Deutsche Schule Chiang-Mai hat die DSTY herausgefordert, also muss das jetzt auch ordentlich werden. 😀 Die ganze Woche über haben die Schüler*innen an verschiedensten Orten auf dem Schulgelände getanzt. Eine sehr schöne Stimmung!

Dienstag hatte ich einen normalen Schultag und abends noch LBR. Ich konnte mich aber schon auf Mittwoch freuen, denn Bettina und Nives waren bei mir und wir haben zusammen gegessen und gequatscht. Der Mädelsabend war eine willkommene Abwechslung! Bettina hatte zwei leckere Salate mitgebracht und Nives hat noch kroatische Pfannkuchen gezaubert. Köstlich! Es folgten zwei unspektakuläre Tage, doch am Freitag hatte ich endlich einen Frisör-Termin! Juhu! Meine Haare sind so gewuchert seit August – ich finde es richtig seltsam, wie schnell hier meine Haare wachsen. Aber ich wollte sie einfach nur noch abschneiden lassen. Bin auch ganz zufrieden jetzt, obwohl ich es auch gerne noch kürzer gehabt hätte.

Tina, Lisa und ich waren abends dann noch bei Domi zum Essen – er hat uns Curry gekocht. Da an der Schule gerade die Kacke am Dampfen ist, gab es mächtig Redebedarf. Samstag war wieder ein Chill-Tag, abends sind Tina und ich noch zu Jutta und Frank auf ein Sektchen vorbeigeschneit. Die beiden waren nämlich zwei Wochen in Quarantäne, weil sie nach Deutschland geflogen waren. Es gab deshalb auch großen Ärger, aber ich verstehe immer noch nicht, warum eigentlich. Die beiden haben ihren Unterricht online vorbereitete durften das aber so nicht durchführen. Was weiß ich. Während der Pandemie sollten Schulen einfach flexibler sein und auch Hybrid-Unterricht zulassen, wenn es nicht anders möglich ist.

Am Sonntag habe ich nochmal schön ausgeschlafen und mich entspannt, mich haut so eine Schulwoche trotz allem immer ein bisschen um, vor allem wegen des Schlafmangels unter der Woche.

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