… und Vulkanen

Das neue Jahr begann sensationell mit einer Zugfahrt nach Kagoshima. Erst ein normaler Expresszug mit Parkettboden (!) und danach Shinkansen! Wir waren vom Abend vorher noch ein bisschen ko und haben nach einem schnellen Frühstück bei Starbucks und einem kurzen Spaziergang am Meer unser Gepäck aus dem Hotel geholt – und los ging die Reise in die Stadt des Vulkans Sakurajima!

Die Fahrt war sehr entspannt – ich habe Musik gehört und einfach aus dem Fenster geschaut. Ich liebe Zugfahren ja ohnehin, seit ich klein bin, aber in Japan macht es besonders viel Spaß! Völlig gerädert sind wir in Kagoshima angekommen und haben erst einmal einen kleinen Markt am Bahnhof unsicher gemacht. Allerdings sind wir recht schnell in unser Hotel gelatscht, weil wir wirklich müde waren. Ich hatte auch das Bedürfnis nach Bewegung, weil ich nach dem langen Sitzen im Zug doch ein bisschen träge war. Also bin ich alleine gleich wieder los und konnte in der Abenddämmerung einen schönen Blick auf den Sakurajima erhaschen. So faszinierend! Der Vulkan ist auf der nahegelegenen Insel, noch aktiv und stößt ununterbrochen Rauch aus. Ab und zu gibt es auch mal Ascheregen, aber die Bewohner*innen Kagoshimas sind da entspannt und öffnen einfach ihre Regenschirme gegen die Asche. Es scheint eine Hassliebe zu sein.

Nach meinem Spaziergang haben Tina und ich uns zum Essen getroffen. Leider hatten viele Restaurants wegen Neujahr und auch wegen Corona geschlossen, aber wir hatten Glück: Ein kleiner Ramenladen hat uns Eintritt gewährt! Chili-Ramen. Man konnte sich die Suppe nach Schärfe und Zutaten zusammenstellen. Ich bin ja nicht so ein Fan von superscharfem Essen, also gab es die milde Variante für mich. Die Zutaten, die wir reingeschnipselt haben wollten, bekamen wir allerdings nicht, denn der Mann, der uns bediente, fragte immer nach, ob das zusammenpasst. Der Koch – ein sehr junger Typ – schüttelte immer den Kopf. 😀 Na dann halt nicht. Die Suppe war aber superlecker. Und der Koch hat sich sehr gefreut, dass wir da waren, v. a. weil er Deutsche mag und Deutschland. Er hat regelrecht Luftsprünge gemacht, als er erfahren hat, woher wir kommen. Wir sind nach dem Essen noch ein bisschen durch die Stadt gelaufen und aus Zufall bei einer Illumination gelandet, die ganz hübsch war. Anschließend haben wir in einem Café noch einen richtig leckeren Nachtisch verputzt und sind müde und zufrieden ins Hotel gestapft.

Der Morgen begann sehr entspannt. Wir wollten in ein Museum zur Meiji-Restauration, das sich aber leider als Flop herausstellte. Tina war total genervt und ich musste die ganze Zeit nur noch lachen. Da wir noch keinen Kaffee oder Frühstück hatten, wollten wir uns auf den Weg machen, um ein schönes Café zu suchen. Leider hatten alle zu. Warum auch immer. Wir sind also zu Konbini und McDonalds ans Meer spaziert, haben uns eingedeckt und am Pier gepicknickt. Mit Blick auf den rauchenden Sakurajima. Echt ein Highlight, denn das Wetter war gut und wir konnten eine schöne Pause machen.

Nach dem Picknick machten wir uns auf zum Sengan-En, das ist der alte Wohnsitz des Shimadzu-Clans. Wir haben uns aber so verlaufen, dass wir total viel Zeit verloren haben. Irgendwann sind wir ungeduldig durch einen vielbefahrenen Tunnel gedüst und haben dann recht schnell das Ziel erreicht. Google Maps checkt halt auch nicht alles. Wir hatten wirklich Glück mit dem Wetter, denn es war so sonnig und schön, dass wir im besten Licht den Park und den Vulkan bewundern konnten. Das Museum war auch sehr interessant. In Japan muss man seine Schuhe oft ausziehen, wenn man so alte Häuser besichtigt, denn dort liegen Tatami-Matten aus und die darf man mit Schuhen nicht betreten.

Auf dem Rückweg haben wir uns nen Drink aus dem Konbini geholt und sind an den Strand, wo wir den besten Blick auf den Sakurajima hatten. Ich hab Muscheln und Scherben gesammelt. Und dann sind wir ein ganzes Stück in Richtung Hotel spaziert. Auf dem Heimweg haben wir uns noch ein Abendessen organisiert und im Hotel gemütlich einen Film geschaut.

Am nächsten Morgen starteten wir recht früh, weil wir zur Insel rüberfahren wollten. Wir hatten bestes Wetter, richtig frühlingshaft! Auf der Schifffahrt konnten wir gemütlich frühstücken und unseren Blick auf den Vulkan richten. Auf der Insel angekommen sind wir ein bisschen herumspaziert, haben den Schrein besichtigt und sind dann erstmal zum längsten Fußbad gelaufen, um ein bisschen zu entspannen. Danach ging es weiter auf dem Lava-Wanderweg an der Küste entlang. Ein Bus hat uns dann noch zum Aussichtspunkt mitgenommen, die Insel ist viel größer als man denkt. Wir haben nur eine ganz kleine Runde geschafft. Zum Mittagessen haben wir uns wieder mit einem kleinen Picknick versorgt und sind danach noch in den Onsen in der Nähe des Hafens, um uns nochmal schön aufzuwärmen. Mit dem Schiff ging es wieder zurück nach Kagoshima. Wir wollten ein bisschen bummeln, haben dann aber festgestellt, dass die Sonne wieder am Untergehen war, also ist Tina wieder losgesprintet zum Aussichtspunkt. Es hat sich gelohnt! Oben wurde es dann zwar kalt, aber in Japan stehen an jeder Ecke Getränke-Automaten und wir hatten Glück, dass auch einer warme Getränke hatte. Also noch schnell nen Kakao getrunken, bevor es wieder runter in die Stadt ging. Wir haben an einem Schrein an einem Stand Taiyaki aus Blätterteig gefuttert, so als Snack zwischendurch. Wir waren dann doch noch kurz bummeln in ein paar Second-Hand-Läden und sind sogar fündig geworden. Zum Abendessen haben wir Black Pork gegessen, ich im Tonkatsu und Tina im Shabu Shabu (Hotpot). Lecker wars! Black Pork ist eine Spezialität in Kagoshima. Zurück im Hotel haben wir noch einen Film geschaut und unseren Kram gepackt, denn das war leider schon der letzte volle Tag unserer Reise.

Am letzten Morgen sind Tina und ich zum Frühstück in ein Café in der Mall am Bahnhof gegangen. Wir hatten gut Zeit bis zum Flug, deshalb wollten wir es stressfrei angehen lassen und sind gemütlich zum Shuttlebus gelaufen. Der fuhr auch zufälligerweise direkt los, so hatten wir am Flughafen noch Zeit, ein Fußbad zu nehmen und entspannt den Urlaub ausklingen zu lassen. Der Flug verlief einwandfrei und kurz vor der Landung in Tokio konnten wir noch den Fuji in der Abenddämmerung sehen. Die Bahnfahrt nach Hause hat leider wieder ewig gedauert. Zu Hause habe ich schnell ne Ladung Wäsche gewaschen und bin direkt ins Bett gehüpft.

Fazit zur Reise: Kyushu ist wundervoll! Ich will da unbedingt nochmal hin, v. a. noch nach Fukuoka. Da freue ich mich schon sehr drauf!

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