Endlich Weihnachtsferien!

Der erste Ferientag: Lisa, Henning, Caro und ich – Tina hatte verschlafen! – sind nach Kamakura gefahren. Dort haben wir nach einem ersten Kaffee-Stopp eine schöne Wanderung unternommen, vorbei an schönen Schreinen und durch den Wald zum großen Buddha in Hase. Der Weg war so schön, die Waldluft tat unheimlich gut und es war einfach ein wunderschöner Tag, auch wenn das Wetter nicht ganz so toll war wie angekündigt. Aber wenn man sich bewegt, ist das ja egal. Als wir alle den großen Buddha bestaunt hatten, ging es weiter ans Meer. Auf dem Weg dahin gab es lauter kleine süße Lädchen, in denen Lisa und ich uns ein bisschen verloren haben. Caro und Henning waren derweil schon ein Stückchen weiter. Da es schon ziemlich kalt war, haben wir uns dann getrennt und die beiden sind nach Hause gefahren. Lisa und ich haben am Strand noch Muscheln und Scherben gesammelt – hier findet man so tolle Sachen im Sand! Weil uns dann auch kalt war, haben wir in einem niedlichen Café noch einen kleinen Snack zu uns genommen und sind auf dem Rückweg zur Bahn über einen richtig schönen Stand gestolpert, den drei Frauen aufgebaut hatten. Die drei machen total hübsche Dinge selbst: Seifen mit Kristallen drin, nachhaltige Binden und Kaffeefilter aus hübschen, bunten Stoffen, Schmuck, Kleidung etc. Natürlich gebietet unser Pflichtgefühl uns, Leute, die sowas aufbauen, zu unterstützen. 😁

Am vierten Advent war ich nochmal in der Kirche. Nach dem Gottesdienst haben wir gemeinsam den Christbaum geschmückt – Bettina und ich hatten mal wieder ein tolles Gespräch! Ich habe mich danach wieder auf die Socken gemacht, diesmal nach Daikan-Yama. Mir wurde das Viertel empfohlen, aber ich fand es leider nicht so toll. Viele Schicki-Micki-Läden und alles ganz schön überteuert. Zudem war es bitterkalt und ich hatte nur noch Lust auf einen warmen Ort. Ich bin also in eine Art Weltladen reingelatscht, wo ich eine kleine Tasche gekauft habe. Die Verkäuferinnen haben mich gefragt, wo ich herkomme und wir haben uns eine kurze Weile unterhalten. Da ich noch eine Kleinigkeit essen wollte, habe ich die beiden um einen Tipp gebeten. Die eine wollte gerade anfangen, mir zu erklären, wo ich hinmuss, hat sich dann aber anders entschieden und meinte nur, ich solle kurz auf sie warten. Sie verschwand kurz und kam gleich darauf im Mantel wieder raus und begleitete mich ein Stück. Oh Mann, ich Idiot habe erst gedacht, sie kommt jetzt mit zum Essen. 😂 Aber sie hat mir nur den Weg gezeigt und ihre eigene Mittagspause gemacht. Ich saß dann also alleine im Café, hab was gegessen und ein Glas Wein getrunken. Danach bin ich noch ein bisschen in Ebisu herumspaziert, hab einen Kaffee getrunken und ein bisschen gelesen, bis ich wieder heimfahren musste. Meine Mama hatte ein Jitsi-Familientreffen anberaumt, weil Micha und ich unseren ersten Hochzeitstag hatten. Komischer Tag, irgendwie… Aber hej, wer kann schon von sich behaupten, so weit voneinander entfernt so einen Tag zu feiern?! 🥰 Das Gespräch war lustig und voller Störungen, aber das gehört im Coronajahr wohl einfach dazu.

Am Montag hatte ich einen Maklertermin, weil das mit dem Bankeinzug mit meiner Miete wieder nicht geklappt hat. Immer noch war meine Unterschrift nicht genau gleich, deshalb durfte Suzuki-san mir dabei helfen, den Antrag online zu stellen. Ich bin echt gespannt, ob das dann funktioniert. Danach musste ich ganz schnell zur Schule, weil Nives da ihren Geburtstag gefeiert hat mit den ganzen Familien und ein paar Kolleg*innen. Wir haben Kekse und Donuts gegessen und Limo getrunken. Als alle weg waren (so gegen 15 Uhr!), sind Nives, Kristian, Tom und ich noch nach Futako-Tamagawa gefahren, um dort einen Spaziergang am Fluss zu machen und ein bisschen zu quatschen. Einen schönen Sonnenuntergang konnten wir dabei auch sehen. Ein echt schöner, sonniger Tag!

Am Dienstag war ich mit Henning in Grandberry Park, wo wir das Snoopy-Museum besichtigt haben. Anschließend waren wir noch ein bisschen bummeln und haben uns in einem Sport-Outlet ein paar Sachen zugelegt. Ich Handschuhe und eine Mütze, Henning ne Jacke und Wanderschuhe. Gegen späten Nachmittag sind wir zurückgefahren und haben uns abends dann mit Domi bei Peter und Anna zum Burger-Essen getroffen.

Für Mittwoch hatte Caro Tickets für die „Stars“-Ausstellung im Mori Art Museum besorgt. Wir haben uns also alle in Roppongi getroffen und die Ausstellung, die ich ein bisschen skurril fand, angeschaut. Am Ende lief noch der Film einer libanesischen Regisseurin, der aber fast zu Ende war. Ich hätte noch eine Dreiviertelstunde warten müssen, um ihn ganz zu sehen, und die anderen wollten auf den Weihnachtsmarkt, auf den ich gar keine Lust hatte. Also bin ich dann doch noch kurz runter und habe mich außen neben die Absperrung an den Tisch der anderen gesellt. Als sie alle ihre deutschen Snacks aufgegessen hatten, sind wir noch ins Grand Hyatt eingekehrt, wo wir schöne Cocktails geschlürft haben. Tina und ich sind dann irgendwann aufgebrochen und haben den Tokyo Tower schön beleuchtet mit Herz bewundert.

Und schon war Heiligabend! Am 24.12.2020 gegen späten Nachmittag sind Lisa, Tina und ich nach Tokio zu Bettina und Marcus in die Kirche gefahren. Dort haben wir uns mit Catalina und Daniel getroffen. Nives und Familie und andere Kolleg*innen und aus der Schule bekannte Familien waren auch dort. Der Gottesdienst war wie immer schön und weil wir draußen feiern konnten, durften wir auch leise singen. Weihnachten ohne Singen ist echt nix. Wir hatten auch Glück mit dem Wetter, es war ziemlich bewölkt, weshalb es nicht so kalt wurde wie die letzten Tage. Nach dem Godi sind wir in die Omote-Sando gefahren, wo wir uns mit Domi getroffen haben. Wir haben erst mal einen Aperitif im GYRE, einer sehr coolen Bar genommen. Danach sind wir ins Crayon House spaziert, wo Lisa für uns ein sehr leckeres vegetarisches Organic Dinner organisiert hatte. Normalerweise wäre da die Hölle los, aber weil auch hier die Leute dazu angehalten werden, sich an Feiertagen zu Hause aufzuhalten, waren wir fast alleine dort. Ein wundervoller Ort! Alle Produkte sind nachhaltig und fair produziert. Draußen stehen riesige Kühlvitrinen mit Bio-Obst und Bio-Gemüse. Wir haben lecker gegessen und feine Weine getrunken. Daniel hatte nur leider sehr schlechte Laune, die er uns auch hat spüren lassen. Der Plan war eigentlich, dass wir danach alle noch zu mir fahren und dort gemütlich Plätzchen essen, Glühwein trinken und wichteln. Aber daraus wurde nichts, weil alle so rumgedruckst haben und keiner so recht wusste, was er/sie sagen sollte. Es ist ja nicht schlimm, wenn es nicht klappt, aber ein bisschen schade fand ich es trotzdem. Vor allem, weil ich mir echt Mühe gegeben und schon alles hergerichtet hatte. Naja, Daniel ist auch direkt mit einer anderen Bahn gefahren und hat uns einfach da stehen lassen. Wir sind in Azamino alle ausgestiegen und haben bei Erdbeeren (Weihnachtszeit ist Erdbeerzeit!) unsere Wichtelgeschenke ausgeteilt. Das war wenigstens lustig und so konnten wir immerhin doch noch wichteln. Von Domi habe ich noch ein extra Geschenk erhalten, eine japanische Ausgabe von „ Der kleine Prinz“, worüber ich mich sehr gefreut habe! Leider kann ich es nicht lesen. Zu Hause angekommen habe ich noch mit meiner Familie telefoniert und mit Micha. Das war auch sehr schön.

Am 25.12. habe ich mich mit Christina, unserer Musik-Kollegin, zum Kaffee in Center Minami getroffen. Wir haben einen Spaziergang durch den Bambuswald gemacht und uns gut unterhalten. Hatte bisher nicht so viel mit ihr zu tun, was sich hoffentlich jetzt ein bisschen ändert. Christina spricht zudem ziemlich flüssig Japanisch, was ich sehr beeindruckend finde! Nach dem Kaffee bin ich nach Tokio gefahren, wo ich Henning und Caro in der Kreuzkirche getroffen habe. Nach dem Gottesdienst sind wir noch in die Trench-Bar gegangen und haben ein paar superleckere Cocktails geschlürft! Die Bar ist superschön, dunkel und klein. Sehr gemütlich! Und irgendwann lief da Helge Schneider – so skurril!

Am zweiten Weihnachtsfeiertag sind Henning und ich nach Jiyugaoka gefahren, wo wir Caro, Toshi und Esther zum Brunch treffen wollten. Der Brunch war super – wir haben viel Sekt getrunken und hatten einen tollen Vormittag! Anschließend sind Henning, Toshi und ich zu einem Bauernmarkt gefahren, wo ein griechischer Freund von Toshi Wein verkauft hat. Natürlich wollte ich da mit! Und habe gleich zwei Flaschen Wein gekauft. Jannis kommt aus Athen und ist ein lustiger Typ. Wir haben kurz auf Griechisch gesprochen und er meinte, er meldet sich mal bei mir, wenn die Griech*innen sich mal wieder treffen. Das wäre jedenfalls sehr witzig! ☺️

Nach einem kleinen Bummel über den Markt bin ich wieder nach Hause gedüst, denn ich musste noch packen für die Reise nach Kyushu. Zu Hause angekommen lag eine Paketbenachrichtigung im Briefkasten. Mich hat das echt genervt, denn ich musste das wieder umbestellen und wusste nicht, ob das klappt, wenn ich dann eine Woche weg bin. Zum Glück kam der Postbote wieder zurück und brachte das Paket doch noch vorbei. Das Paket war voller Marmeladen, Gewürze, Weihnachtsspezialitäten wie Lebkuchen und so Kram. Die Hälfte habe ich weiterverschenkt an meine Nachbar*innen und ein paar Kolleg*innen.

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