Elternsprechtage und Schönes

Die neue Woche war voller Ereignisse: Dienstag und Mittwoch Nachmittag hatten wir Elternsprechtage – einer fand analog in der Schule statt und der andere online, den konnten wir daheim bewältigen. Ich mag eigentlich solche Elternsprechtage nicht. Man hat nur zehn Minuten Zeit und erzählt jedes Mal den gleichen Quark. Das muss doch den Eltern auch dumm vorkommen, denke ich mir immer. Allerdings sind hier die Eltern sehr freundlich. Ich hatte durchgängig positive und nette Gespräche und konnte mich mit allen gut unterhalten. Am besten gefiel mir, dass die Eltern uns Lehrer*innen fragen, was sie noch tun können, um ihre Kinder zu unterstützen. So soll es doch sein – eine gute Zusammenarbeit mit Fokus auf die Kinder! Auch die Online-Gespräche sind ohne große Störungen verlaufen, ich war ehrlich gesagt überrascht. 

Abends sind Lisa, Henning und ich zu Caro, unserem Geburtstagskind, gefahren und haben dort mit Daniel und ein paar anderen Kolleg*innen coronakonform auf sie angestoßen und ein bisschen gefeiert.

Donnerstag war der Ausflug der 7b angedacht. Ich habe mich sehr drauf gefreut, weil ich die Klasse so ins Herz geschlossen habe. Leider war der Tag ein bisschen chaotisch – wir wollten ja ins Mitsubishi-Museum fahren, danach sollten die Kids in Minato Mirai in den Freizeitpark gehen und nachmittags wollten wir zurückfahren. Allerdings hat der Freizeitpark donnerstags immer geschlossen, das war dann natürlich blöd. Naja, wir haben dann das Beste draus gemacht und waren noch beim Red Brick Building, wo man schön am Wasser spazieren kann. Leider war das Wetter nicht so gut wie angekündigt, es war kalt und windig, was Aktivitäten draußen nun mal erschweren. 

Freitag war auch sehr entspannt für mich, weil ich nur zwei Stunden Unterricht hatte. Durch die Karrieretage für die Oberstufe fiel der gesamte Nachmittagsunterricht flach. Allerdings muss ich sagen, dass mir noch nie so viele Stunden weggefallen sind durch andere schulische Veranstaltungen wie hier. Latein liegt doof auf der AG-Schiene und so ist das Fach halt auch nicht als Unterricht präsent. Mich kotzt das ziemlich an, weil ich finde, dass die Schüler*innen, die Latein wählen, auch Anspruch auf den Unterricht haben. Zum Glück hat sich auch schon eine Schülerin beschwert, dass es ständig ausfällt. Diese Woche hatte ich halt einfach mal gar kein Latein, ist doch krass, oder?
Abends habe ich mit Tina den Hafen in Yokohama unsicher gemacht. Wir sind nach der Schule direkt hingefahren und in Sakuragicho herumspaziert. Bestes Licht und milde Temperaturen inklusive. Zum Essen haben wir einen Abstecher nach China Town gemacht – das Essen war schon ok, aber irgendwie ist chinesisches Essen oft echt schleimig. Keine Ahnung, aber es überzeugt mich leider nicht so ganz. Nach dem Essen sind wir noch zurück zur Station gelaufen und haben eine tolle Lichtinstallation erlebt. Das war sowohl weihnachtlich als auch romantisch. Die Lichter haben sich oft zur Bewegung der Menschen ein- und ausgeschaltet. Sehr cool! Schön war auch, dass ich den Ausflug mit der 7b am Tag vorher hatte, an genau den gleichen Ort, so konnte ich das ein bisschen vergleichen bei Tag und bei Dunkelheit.

Am Samstag war ich mit Nives in Jiyugaoka unterwegs, wir wollten ein bisschen bummeln und die Seele baumeln lassen. Der Plan war, dass wir im Anschluss daran in die Ginza fahren und dort im Hermès-Store in die Galerie gehen. Allerdings hatte die Galerie geschlossen, was sehr schade war. Wir haben uns dann im Uniqlo-Store verloren, das ist ein riesiger Laden mit Klamotten. Irre! Und weil grade Jil Sander eine Kooperation mit Uniqlo hatte, standen die Leute Schlange, um sich eine dieser Winterjacken zu holen. Noch irrer! Jedenfalls sind wir beide auch vollbepackt wieder rausgelaufen (natürlich ohne Jil Sander Kram, wir sind ja nicht Krösus, nä?!). Der Tag mit Nives war schön, mit ihr kann ich so gut reden und wir sind echt auf einer Welle. Genervt und angetan von den gleichen Dingen und auch sonst ist es einfach lustig mit ihr. Sie sitzt mir auch im Lehrer*innenzimmer gegenüber. Zum Glück, ey!

Nives ist nach unserem Ausflug wieder heimgefahren, während ich mich mit Henning und Dominik noch in Naka-Meguro zum Essen getroffen habe. Leckere Pizza in einem italienischen Restaurant, das voller Beatles-Accessoires ist – der Inhaber scheint ein Beatles-Fan zu sein. Nach dem Essen sind wir noch zu einer schönen Weinbar am Kanal geschlendert und haben bei leckerem Wein gequatscht. So toll! Es war noch sehr warm und angenehm, so dass wir auch draußen sitzen konnten. 

Die Woche ist mal wieder wie im Flug vergangen, es ist schon erstaunlich. Die ganzen Eindrücke muss ich echt verarbeiten. Aber ich habe das Gefühl, dass es schon besser wird. So langsam kriege ich ein Gespür für die Stadt und die Lage. Trotz dieser gigantischen Ausmaße. Eine Stunde Weg ist schon kurz, also kann man sich in etwa ausmalen, was ein langer Weg ist.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: