Der Alltag hat mich wieder

Der letzte Ferientag begann mit Ausschlafen! Ich liebe Schlafen einfach soooo sehr. Es ist ein Jammer, dass es im Alltag zu kurz kommt. Tagsüber habe ich Wäsche gewaschen, meine Bude aufgeräumt und schon ein bisschen begonnen, die Weihnachtsgeschenke zu richten. Abends war ich mit Tina bei Lisa und Daniel, Tina brachte indisches Essen mit und wir erzählten uns ein bisschen von unseren Urlauben. Mit diesen tollen Eindrücken gingen die Ferien nun zu Ende.

Meine Woche begann dann bereits um 7 Uhr – der Lehrer*innenbeirat hat sich getroffen. Montags ist ja eh immer recht entspannt bei mir, deshalb freue ich mich v.a. auf meine DaZ-Gruppe, die 6er sind einfach nur goldig. 

Am Dienstag hatte ich das erste Elterngespräch mit Franziska zusammen, die unsere Förderlehrerin in der Sekundarstufe ist. Mit ihr zusammenzuarbeiten ist eine wahre Freude – sie hat unglaublich viel Ahnung und ich lerne viel von ihr. Das Gespräch lief auch gut, es ging darum, einen Nachteilsausgleich für ein Kind zu formulieren. Ich habe hier oft den Eindruck, dass einige Dinge irgendwann mal angedacht, aber eben leider nicht zu Ende geführt werden. Von einer ordentlichen Übergabe ganz zu schweigen. Das erschwert die Arbeit um einiges, aber sei es drum.

Mittwoch war ein ganz normaler Schultag, nach dem Unterricht hatten wir noch ein DaZ-Fachschaftstreffen und sind im Anschluss noch gemeinsam indisch essen gegangen. Es war ganz schön, weil ich auch mal mit anderen Leuten ins Gespräch kam, beispielsweise mit Saskia und Larissa aus dem Kindergarten. Das Besondere an der DaZ-Fachschaft ist auch, dass wir aus allen Abteilungen zusammenkommen.

Donnerstag wieder normaler Schultag. Meine Tage sind ja ohnehin recht lang, deshalb ist es auch meistens nicht möglich, nach der Schule noch irgendwas zu unternehmen. Also laufe ich manchmal nach Hause, um ein bisschen frische Luft zu kriegen oder ich mache einen Abstecher in einen Second-Hand-Laden, der auf dem Heimweg liegt. Je nach Lust und Laune.

Am Freitag in der Früh hatte ich um 8.30 Uhr den Gesundheitscheck. Obwohl ich kurz vor meiner Abreise nach Japan bereits einen Rundumcheck hatte, bin ich trotzdem hin, weil ich unbedingt mal sehen wollte, was da so abgeht. Es war auch wirklich lustig, die Fahrt dorthin war ok, ich habe alles leicht gefunden, auch den Bus-Shuttle zum Krankenhaus. Am Krankenhaus dann leichte Verwirrung: Es war ein Hotel. Ich also mal reingelaufen in der Hoffnung, dass da ein Schild steht, das mich weiterbringt. Nicht. Auf zur Rezeption, wo die Dame mir sehr freundlich den Weg erklärt hat in einem Englisch, das ich kaum verstehen konnte. Aber irgendwas mit elevator und right habe ich rausgehört und irgendwie dann doch den Weg zur Praxis gefunden. Der Grund, warum wir alle zu dieser Praxis geschickt werden, ist, dass die dort Englisch sprechen. Haha, netter Versuch. Zum Glück habe ich noch zwei Kolleginnen getroffen, die zur gleichen Zeit einen Termin hatten. So konnten wir uns wenigstens ein bisschen austauschen. Wir haben unsere Zettel und Urinproben abgegeben und wurden dann mit einer Klamotte ausgestattet in eine Umkleidekabine geschickt. Ich hab erstmal einen kleinen Schrecken bekommen, weil ich nur so ein Krankenhaushemd zur Verfügung hatte und nicht im Schlüpfer da vor der versammelten Belegschaft herumlaufen wollte, also Hose wieder angezogen und raus, um nach einer Hose zu fragen. Eine der Helferinnen deutete auf meine Jeans und sagte mir nur: „No change. Only here change.“ Beim zweiten Satz zeigte sie auf mein schickes Hemdchen. Ok, dann wäre das mal geklärt. Ich sag’s ja, man fühlt sich oft wie ein Idiot. Nach einem ganz schnellen Check von allen möglichen Dingen (Blutabnahme, Röntgenaufnahme der Brust, Hör- und Sehtest, Blutdruck, Gewicht und Größe usw.) war ich fertig und konnte wieder zurück nach Hause, wo ich schnell gefrühstückt und mich anschließend auf den Weg zur Schule gemacht habe. Nochmal kurz zu den angeblichen Englisch-Kenntnissen in der Praxis: Eine dort sprach Englisch. Alles andere lief so ungefähr mit „ich zeige auf etwas und du musst kapieren, was du tun musst“, einmal gab es ein laminiertes Heftchen mit Anweisungen auf Japanisch und Englisch, ich hab aber trotzdem nicht gecheckt, was zu tun ist. Hatte schon Angst, dass dann rauskommt, ich sei schwerhörig oder so.

Am Samstag habe ich ganz entspannt ausgeschlafen und konnte mich einfach nicht aufraffen, etwas zu unternehmen. Bis mir dann irgendwann eingefallen ist, dass die ganze Woche schon das Tokyo International Film Festival lief. Ich hatte das total vergessen. Also schnell noch einen Film rausgesucht. Daniel hatte auch Zeit und Lust drauf. Wir haben uns „The Man Who Sold His Skin“ angeschaut, einen sehr gesellschaftskritischen Film, der wunderbar stimmig war und einen zu Nachdenken bewegt hat. Im Kino hatten wir ein seltsames Erlebnis, vor uns saß ein Gaijin-Pärchen, das wohl von einem Japaner belästigt worden war. Die beiden haben sich recht laut mit (heftigen) Worten gewehrt „Shut up! Leave us alone! Fuck you!“ Alle außenrum waren irritiert, Daniel hat unsere Nebensitzerin mal gefragt, ob sie was mitgekriegt hat, aber auch sie war leicht verstört von der Aktion. Wir sind aber ins Gespräch gekommen und waren dann in Roppongi noch was trinken. Rinron ist halb Taiwanesin und halb Japanerin und arbeitet bei einem Immobilienmakler in Tokio. Sie ist sehr nett, wir treffen uns bestimmt nochmal. Daniel und ich mussten dann recht schnell losziehen, weil die letzte Bahn schon sehr früh fuhr. Der Barkeeper hat uns echt ausgelacht. In Eda sind wir noch bei Lisa und Daniel auf nen Absacker verhockt. Auf dem Heimweg mitten in der Nacht habe ich meine Mama noch zum Geburtstag angerufen, diese Zeitverschiebung, ey! Mega nervig…

Am Sonntag hatte Henning sich total viel Zeit für mich genommen und wir waren gemütlich frühstücken. Weil das Wetter so schön war, bin ich heimspaziert und habe ein bisschen Sonne getankt. Nachmittags musste ich arbeiten und vorbereiten. Abends hatte Henning für uns gekocht und wir haben viel Wein getrunken – der Start in die Woche ist gesichert. 😀

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