Ishigaki

Sonntag in aller Frühe machte ich mich auf zum Flughafen Tokyo Narita, um nach Ishigaki-jima (https://de.wikipedia.org/wiki/Ishigaki-jima) zu fliegen. Die Insel ist Teil der Yaeyama-Inselgruppe und gehört zur Präfektur Okinawa. Eigentlich wollte ich nicht da hin, weil sehr viele Kolleg*innen sich dafür entschieden hatten, aber ich habe mich von Caro und Tina überreden lassen. Weil ich zu spät dran war mit der Buchung, musste ich einen Gabelflug nehmen, der letztlich sehr günstig, aber unpraktisch war. Also von Narita nach Ishigaki und von Ishigaki nach Haneda. Wenigstens war mein Rückweg dann entspannter.

Die anderen saßen alle im gleichen Flieger und kamen kurz nach mir an. Mit dem Taxi ging es zum Hotel – Tina und ich teilten uns ein riesiges Zimmer mit fantastischem Blick in die Bucht. Das war toll!

Der Ankunftstag war entspannt und wir konnten am Strand liegen und das erste Okinawa-Bierchen (Orion) zischen. Im Hotelrestaurant gab es dann das erste Abendessen. Danach saßen wir supergemütlich am Strand und haben lange gequatscht. Frank und ich haben eine Sternschnuppe gesehen!! Der Sternenhimmel über der Insel ist unglaublich schön. Es gibt sehr viele Sternbilder (kenne kein einziges) – es werden sogar Sternbeobachtungen angeboten. Die Stimmung war super, so kann doch ein Urlaub beginnen!

Am nächsten Tag sind wir zur Kabira-Bucht gelaufen. Vom Hotel sind es zu Fuß ungefähr 20 Minuten. Tina und ich haben uns in einem Café ein Mittagessen und einen Kaffee genehmigt und sind dann auch runter an den Strand. Ich habe einen kleinen Spaziergang gemacht und Muscheln gesammelt. Das habe ich übrigens jeden Tag getan… Wie ein Kind, ganz im Glück über das Meer und die schönen Muscheln. 🙂 Jutta und ich sind zusammen durch die Bucht zu einer kleinen Insel rübergeschwommen und wieder zurück. Das war auch super. Tina und ich sind noch ein bisschen länger in Kabira geblieben, weil wir noch einen Supermarkt gesucht haben. Supermarkt ist eh übertrieben, denn es gab nur einen kleinen Laden, in dem völlig unsortiert Kram rumlag. 😀

Am Dienstag in der Früh sind wir mit dem Bus runter zum Hafen gefahren, denn wir sollten eine Tour zu drei Inseln machen. Zuerst sind wir mit der Fähre nach Iriomote gefahren, wo wir mit einem Bötchen eine Tour durch die Mangroven-Wälder gemacht haben. Die Mangroven sind wunderschöne Bäume, die normalerweise um die Inseln herum im Salzwasser wachsen und die Inseln schützen, beispielsweise vor Tsunamis oder Taifunen. Der Mensch bricht sich Bahn durch diese Wälder, drängt die Bäume zurück und zerstört sie. Die Bäume gehören zu den bedrohten Arten. Ich hatte mir das irgendwie spektakulärer vorgestellt, aber wir sind nur an den Bäumen vorbeigefahren, denn in die Wälder kommt man nur mit einem Kanu oder Stand Up Paddle.

Nach diesem Tagesordnungspunkt ging es weiter mit dem Bus zu einer seichten Stelle, durch die uns Wasserbüffel auf Wagen zur Insel Yubu zogen. Das war mega touristisch, aber irgendwie auch schön. Die Frauen und Männer, die die Wassebüffelwagen lenkten, spielten auf Shamisen (dreisaitige japanische Laute: https://de.wikipedia.org/wiki/Shamisen) Klagelieder (zumindest wirkten sie auf mich so) und unterhielten die Gästen bei der Überfahrt. Auf der Insel gibt es einen großen Park, der voll von exotischen Pflanzen ist. Alles ist bunt und überall flogen Schmetterlinge herum. Tina und ich wollten mit Jutta und Frank eigentlich ans Meer, aber auf einmal waren die beiden weg. Wir haben sie gesucht und irgendwann kamen auch sie dazu und meinten, dass wir noch unser Mittagessen einnehmen könnten. Tatsächlich hatten wir das nicht mitbekommen. Also haben wir Henning, Caro und Jan gesucht, die gemütlich beim Essen saßen. Zwei Bento-Boxen standen auch für uns bereit. Also haben wir auch in Ruhe gegessen und haben danach das Schmetterlingshaus angeschaut. Dort flogen unzählige hübsche Schmetterlinge umher, einer setzte sich auf Tinas Finger! So schöne Wesen! 🙂

Mit den Wasserbüffeln ging es dann wieder zurück zur großen Insel. Mit der Fähre sind wir zur dritten Insel, Taketomi, gefahren. Dort endete unsere Tour. Wir konnten selbst entscheiden, welche Fähre wir zurück nehmen wollten, also sind wir gemütlich über die Insel spaziert und haben noch in einem hübschen Café was getrunken. Die Insel ist ganz malerisch, es gibt überall alte Mauern und die Häuschen haben rote Ziegeldächer. Überall kann man die Okinawa-Löwen sehen, die aus Ton bestehen und vor den Häusern platziert sind.

Zurück auf Ishigaki musste ich im Conbini noch meine Reise nach Kyoto bezahlen. Hier ist alles super umständlich, aber es funktioniert dann halt irgendwie doch. Tina hatte ein Izakaya herausgesucht, wo wir uns mit den anderen treffen wollten. Wir waren dann dort und wollten einen Tisch für uns reservieren, aber die anderen hatten sich spontan entschieden, doch wieder zum Hotel zurückzufahren. Wir standen dann ein bisschen da wie bestellt und nicht abgeholt, haben dann aber trotzdem für uns beide reserviert und sind gemütlich durch die Gässchen und vielen kleinen Geschäfte geschlendert. Natürlich haben wir uns mit Schmuck und Krimskrams eingedeckt, war ja klar.

Im Izakaya gab ein Musiker ein kleines Konzert, auch wieder mit der Shamisen. Die Gäste haben gelacht und gesungen, es war ein wunderschöner Abend. Das Essen war auch fabelhaft! Wir sind mit dem Taxi zurückgefahren, weil kein Bus mehr fuhr. Die Busverbindung war ohnehin schlecht, man brauchte eine knappe Stunde vom Hotel in die Stadt runter und der Bus fuhr so viermal am Tag. Um 18 Uhr dann der letzte zurück…

Der nächste Tag war entspannt. Das Wetter war leider sehr wechselhaft, aber ich habe es trotzdem geschafft, mir einen mega Sonnenbrand zu holen. Fragt nicht… Es hat abwechselnd geregnet und genieselt, dann gab es kurz Sonne, dann wieder Regen… Abends sind wir in ein Steakhaus in Kabira eingekehrt – Ishigaki Beef ist ja eine Spezialität auf der Insel. Mein Steak war leider kalt, aber das Fleisch immerhin von hoher Qualität.

Zurück im Hotel haben wir wieder Bierchen getrunken und den Abend gemütlich ausklingen lassen. Nives, Kristian und ihr Sohn Tom waren nun auch angekommen.

Donnerstag war das Wetter leider auch wieder sehr wechselhaft. Tina und ich sind zusammen in die Stadt gefahren, um zu frühstücken und das Museum für Lokalgeschichte zu besichtigen. Das Museum ist total goldig und lohnt sich auf jeden Fall! Es ist voll von historischen Schätzen! Während des Museumsbesuchs hat es so geschüttet, dass alle Besucher dort ausharrten, bis man wieder raus konnte. 😀 Wir haben uns also auf dem Weg zu einer Weberei gemacht, wo man selbst weben kann. Auf der Insel gibt es viele Webereien, die sich auf ein ganz bestimmtes Muster spezialisiert haben. Das Muster besteht aus abwechselnd vier und fünf kleinen Quadraten. Diese sollen die ewige Liebe symbolisieren. Es ist nicht so einfach, etwas darüber herauszufinden, aber mir wurde es so erklärt. Leider durften wir nicht weben, weil wir keinen Termin hatten. Die Webstühle im Raum waren bis auf ein Pärchen in ihren Flitterwochen zwar leer, aber naja. Das Paar hat sich sehr lieb um uns gekümmert, weil die nette japanische Omi kein Englisch konnte. Ohne zu weben, sind wir zurück in die Stadt. Dort sind uns gleich mal Schüler*innen über den Weg gelaufen. Sie haben uns erzählt, was sie alles gemacht haben. 😀 Tina ist mit dem nächsten Bus ins Hotel zurückgefahren, ich habe noch ein bisschen gebummelt und nochmal drei Mädchen von unserer Schule gesehen. Sie haben mir direkt ihre neuen Halsketten gezeigt, die Eltern kamen hinterher und wir haben uns kurz ganz nett unterhalten. Das Lustige: Ich kenne niemanden aus dieser Familie, aber die Schule ist so klein, dass man auch die Lehrer*innen kennt, die die eigenen Kinder nicht unterrichten. 🙂 Kurz bevor ich den Bus nach Hause genommen habe, habe ich noch einen Algendrink in einem Café getrunken. Der war erstaunlicherweise sehr lecker. 🙂 Im Hotel haben wir den Abend gemeinsam ausklingen lassen.

Der nächste Tag war leider sehr verregnet. Ich habe einen langen Strandspaziergang gemacht und viel geschlafen. Abends haben wir alle gemeinsam Okonomiyaki (https://de.wikipedia.org/wiki/Okonomiyaki) gegessen, das ist ein Grill in der Mitte des Tisches und da wird alles mögliche gegrillt. Unter anderem auch eine Art Pfannkuchen aus verschiedenen Sachen wie Kohl oder Nudeln mit Fleisch und Krabben und so. War ok, aber ich muss das jetzt nicht immer essen. Den letzten Abend verbrachten wir bei stürmischem Wind auf der Hotelterrasse.

Samstag Morgen musste ich bereits um 7.30 Uhr ein Taxi zum Flughafen nehmen, weil kein Bus fuhr und ich nicht wusste, wie viel los sein würde. Mit Corona und so weiß man eh auch nie. Letztlich hatte ich ewig viel Zeit am Flughafen, aber das war ok. Hatte ein Buch mit und konnte mich beschäftigen. Wieder zurück in Yokohama habe ich erstmal Lebensmittel eingekauft und bin nach dem Essen direkt eingeschlafen. Das tat so gut!

Alles in allem war der Urlaub schön, aber das Hotel war für die Lage (am Arsch der Heide) und die Ausstattung etwas zu teuer. Wegen Corona hatte gefühlt alles zu, das Hotel-Onsen, die Hotelbars… Ich hoffe wirklich, dass sich das bald alles legt und die Welt wieder ein bisschen mehr in ihre Spur zurückkommt!

Ein Kommentar zu “Ishigaki

  1. Toll, liebe Anja! Echt interessant! Ich freue mich für dich! ICh werde alles in Ruhe lesen, bis jetzt konnte ich es nur überfliegen…… aber ich werde es schon noch lesen…..! ICh bins seit über 10 Tagen in Quarantäne, weil ein Schüler von mir positiv gestestet wurde, mir geht es aber gut……… Habe Fernweh……
    LG
    Brigitte

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