Die Arbeit ruft

Am Wochenende nach der Welcome-Party habe ich ein bisschen geputzt und mit Lisa und Daniel rumgehangen. Abends sind die beiden noch ne Runde raus, ich hatte aber einen Tag daheim nötig. Nach einem schönen, schon fast traditionellen Frühstück am Sonntag bin ich gegen 17 Uhr zu Dominik und Ryoko in die neue Bude gefahren – wir haben zusammen Japanisch gekocht und einen schönen Abend verbracht. Auf dem Rückweg kurz Halt gemacht bei Tina, um meine neuen Sneakers abzuholen. Apropos: Besagte Sneakers sind eine limitierte Edition von Adidas, die sogenannte Sakura-Edition (Kirschblüte), die die japanisch-deutschen Beziehungen feiert. Sehr symbolträchtig, wie fast alles hier. Wie ich darauf kam? Max ist ja so ein ganz kleines bisschen sneakervernarrt und hatte mich während der Quarantäne gebeten, die Schuhe für ihn zu bestellen. Weil es Rabatt gab und sie in Deutschland bereits ausverkauft waren. Gesagt, getan. Die erste Bestellung hier, Tina war so lieb und hatte mir ihre Adresse „geliehen“. Und weil die Schuhe so toll sind, hab ich mir auch gleich welche mitbestellt. Ist ja nicht so, als wäre ich immun gegen einen Schuhkauf… Bin gespannt, ob und wann du deine holen kannst, Max! 🙂

Am Montag ging endlich die Schule los – erst einmal Katastrophenschutz-Einweisung, dann Kolleg*innen-Foto, danach Abteilungskonferenzen. Der Tag war lang und anstrengend, viele neue Leute, die mir jetzt tagtäglich begegnen werden. Aber: meine Traumwohnung ist mein! 🙂 Diese Nachricht hat mir echt den Tag versüßt!!

Am Dienstag weiter im Programm: Einführung ins digitale Klassenbuch mit Webuntis, Deutsch-Fachschaftssitzung, Pause, Latein-Fachschaftssitzung – danach konnte ich meinen Hanku in Tama Plaza abholen. Hat super funktioniert und er ist wirklich schön. 🙂 Mittwoch war dann der erste richtige Schultag, an dem die Schüler*innen an die Schule kamen. Da ich keine eigene Klasse leite, hatte ich die ersten zwei Stunden eigentlich frei, aber ich bin stellvertretende Klassenlehrerin der 7b und wollte gerne bei den Klassenlehrerstunden dabei sein, um die Klasse kurz kennenzulernen. Hier ist es seltsamerweise so, dass die stellvertretenden KL keine Aufgaben haben. So richtig verständlich ist das nicht für mich, denn KL sein ist generell ja keine kleine Aufgabe und man könnte ja alles ein bisschen aufteilen, aber naja. Im Anschluss hatte ich eine Stunde Deutsch bei der 7b, (das Lernen der Namen wird hart, sag ich euch!), danach DaZ-Konferenz. Der Tag war zwar relativ kurz, aber trotzdem anstrengend. Da ich meistens am Nachmittag unterrichte, die Mittagsstunden aber in der ersten Schulwoche aufgrund von Konferenzen und Co nicht stattfanden, hatte ich de facto nur eine einzige Stunde Unterricht in der ersten Schulwoche.

Am Donnerstag sind Dominik, Henning und ich nach Kawasaki zum Apple Store gefahren, um unser Schul-Ipad zu kaufen. Das war so unlogisch, denn alle neuen Kolleg*innen können sich eins erstatten lassen und alle sind einzeln zu den Applestores gefahren, anstatt dass man das vorher vielleicht kommuniziert und die Teile bestellt, damit neue Kolleg*innen diesen Stress nicht mehr haben. Für uns alle nicht wirklich nachvollziehbar. Wegen Corona mussten wir auch noch einen Termin vereinbaren. Um uns die Wartezeit zu verkürzen, haben wir drei uns also nen Kaffee geholt und wollten uns auf eine Bank setzen. Auf einer der beiden Bänke saß ein Japaner. Kaum sind wir da, steht er auf und geht… Alles klar! Wir haben jetzt aber alle ein Ipad und können in der Schule durchstarten…

Freitag wieder keine Schule, nur ein Ausflug mit dem Kollegium ins Katastrophenschutz-Zentrum. Das war super, denn wir haben ein simuliertes Erdbeben erlebt und konnten/ mussten üben, wie man sich in einem Katstrophenfall wie Erdbeben oder Taifun im Haus/ in der Wohnung verhält. Ein imaginäres Feuer sollten wir auch löschen. Im Anschluss an die Übung spazierten wir nach Yokohama und saßen auf einer eher schäbigen Dachterrasse. Dort konnten wir für einen Festpreis zwei Stunden lang so viel grillen, essen und trinken wie wir wollten. Das Kollegium war größtenteils dabei. Nach dem Rausschmiss nach exakt zwei Stunden sind wir noch auf die benachbarte Dachterrasse rauf und haben da gequatscht und Bier getrunken. Um 21 Uhr war dort aber auch Schicht im Schacht. Weil es bereits vor 19 Uhr dunkel wird, kommt es einem aber immer viel später vor. Ich muss mich hier total umstellen, denn ich bin es ja eher gewohnt, nach griechischer Manier spät und lange auszugehen und draußen zu sitzen. Hier ist es gar nicht so. Die Leute gehen zwar aus, aber eben nicht lange und nach 10 Uhr sind hier die Schotten dicht. Und das in einer Region, in 35 Millionen Menschen leben! Verrückt!

Das Wochenende habe ich genutzt, um ein bisschen Unterricht vorzubereiten, Wäsche zu waschen und aufzuräumen, ganz entspannt und ohne Stress. Am Sonntag war ich mit Henning, Ryoko, Dominik, Anna, Peter und Ferdinand zum Einkaufen in einem großen Supermarkt verabredet, um anschließend im schönen Häuschen von Anna, Peter und Ferdinand miteinander Japanisch zu kochen. Das Meiste hat zwar Ryoko gekocht, aber wir durften immerhin schnippeln und uns ganz interkulturell fühlen. 😀 (Der Plastikmüll ist hier eine Katastrophe… So viel Plastik immer, wenn man einkauft!) Wir hatten einen richtig schönen Abend mit gutem Essen, Spaß und Spiel!

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